Von Joystick zu Sidestick , die Zweite!

Vor 1 Monat habe ich stolz berichtet, wie ich meine Joysticks durch Airbus Sidesticks auf Basis des Logitech Attack III ersetzt habe.

Nun – ich habe schnell feststellen müssen, daß dies zwar technisch alles funktioniert hat, jedoch vom Fluggefühl her ein Rückschritt war: die Sidesticks lagen viel zu weich in der Hand. Weicher als beim Joystick vorher, denn der A320-Aufsatz von Vier-Im-Pott hat ja auch bereits ein gewisses Eigengewicht. Man hatte nicht das Gefühl, einen mittelschwerden Airliner zu bewegen.

Während meiner Recherche zum Logitech hatte ich bereits etwas gelesen vom Thrustmaster HOTAS Base. Dieser versprach eine wesentlich bessere Steuerungs-Haptik durch eine extrem straffe Joystick-Federung. Hätte ich nicht schon mit dem Umbau meiner Logitech Attack angefangen, hätte ich mich wahrscheinlich direkt für diese Variante entschieden. Nun also „Klappe, Von Joystick zu Sidestick, die Zweite„!

Nun muss man wissen, daß die HOTAS Base – wie der Name schon sagt – lediglich die Joystick-Basis darstellt und für den Austausch unterschiedlicher Sticks konzipiert ist. Natürlich passen von Haus aus nur die Sticks von Thrustmaster. Allerdings lässt sich das mit ein klein wenig Geschick umgehen, so daß auch andere Joysticks montiert werden können. Das Ganze funktioniert in 3 wesentlichen Schritten:

  1. Stick Montage
    Um einen fremden Joystick auf der Base montieren zu können, benötigt man einen „Adapter-Stick“ und eine Schraube.
    Der Stick lässt sich am 3D Drucker selbst herstellen und an die eigenen Bedürfnisse anpassen. In meinem Fall musste er 15 mm Durchmesser haben, damit der Aufsatz von Vier-Im-Pott darauf passte. Der Sockel hat den Durchmesser des HOTAS Base Fusses. Das Ganze kann dann mit einem Gardena 3/4 Zoll Schlauchverbinder (kein Witz!) auf das Gewinde der Base geschraubt werden.
  2. Kabeldurchführung
    Die Kabel für die PTT- und AP Take Over-Taste sind durch das Gehäuse der Joystick-Base zu führen. Das geht relativ simpel. Zuerst ist der vorhandene Stecker oben an der Base abzuschrauben. Den Stecker danach anheben und die Kabel einfach abschneiden. Dann habe ich die aus der Base herausstehenden Kabelenden mit einem Isolierband mit den Kabeln des Vier-Im-Pott Sidesticks verbunden. Nachdem man die Bodenplatte abgeschraubt hat, kann man einfach die Kabel durch das Gehäuse nach unten durchziehen und von dort zu einem beliebigen Input/Output Board oder Joystick-Karte führen (in meinem Fall eine noch vorhandene Leo Bodnar BBI32-Karte). Da ich die original Bodenplatte für die Montage in meiner Sidebase benötigte, habe ich noch ein Loch reingebohrt, um die Kabel auch hier durchzuführen.
  3. Elektronische Erkennung
    Zu guter letzt – und das ist entscheidend – muss man die Software der HOTAS Base überlisten, damit sie einen fremden Aufsatz als Joystick akzeptiert und Windows diesen auch als Solchen erkennt. Das ist aber auch relative einfach:
    Die original Kabel des oberen Steckers, die durch das Gehäuse gezogen wurden, führen zum rechten der beiden Platinenstecker auf der Rückseite des Base- Gehäuses. Stecker abziehen und einfach das schwarzen Kabel mit dem orangenen Kabel verbinden und ein 100 OHM Widerstand dazwischenlöten. Die anderen Kabel einfach kürzen. Fertig!

Eine sehr schöne Video-Anleitung gibt es übrigens auch hier. Bei Andreas, dem Author, der mir auch mit Rat und Tat zur Seite stand, möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken!

Hier ein paar Bilder:

Adapter (innen hohl für Kabeldurchführung) und Gardena Schraubverschluss (3/4 Zoll)

Sidestick-Fundament
Sidestick Halterung Rückseite
Fertig montiert!
Schwarzes und Oranges Kabel mit 100 Ohm Widerstand (im Schrumpfschlauch) verbunden
Bodenpplatte vom Thrustmaster Base zurechtgesägt und von unten festgeschraubt
Fertig!

Die Haptik ist in der Tat um Welten besser und kommt – soweit ich das aus anderen Simulator-Besuchen sagen kann – wirklich sehr nahe! Ich bin nun super happy mit der Lösung und habe das Gefühl, wirklich 60 Tonnen in die Luft zu heben beim Start!

Von Joystick zu Sidestick

Es gibt einen neueren Artikel zum Umbau von Joystick auf Sidestick. Nach ein paar Flügen habe ich mich entschlossen, das Ganze nochmal umzubauen. Hier geht’s zum Artikel.

Nachdem die letzten Cockpit-Optimierungen eher unspektakuläre Austauschaktionen diverser Panels waren, habe ich jetzt mal wieder richtig Werkzeug zur Hand genommen, um das Cockpit weiter zu verschönern. Und zwar habe ich die Sidebases in Angriff genommen und habe den Joystick, den ich immer noch genutzt habe, gegen einen A320 Sidestick getauscht.

Und zwar habe ich einen A320 Sidestick von Vier-Im-Pott auf einen Logitech Attack 3 Joystick montiert. Wobei ich lediglich die Joystick-Halterung und die Steuerelektronik übernommen habe. Alles andere ist demontiert, damit die Sidebase möglichst dem Original nahekommt.

Das ist das Ergebnis:

First Officer Sidebase (noch ohne Tiller…)

Und so bin ich vorgegangen:

Zuerst habe ich den Unterbau aus Holz gebaut,durch den der Sidestick seine schräge Position bekommt. Das war übrigens etwas „tricky“, da der benötigte „Holzkeil“ knapp 20 cm breit ist und sich der Winkel nicht mit einer herkömmlichen Kapp-und Gehrungssäge sägen lässt. Nachdem auch mein orstansässiger Schreiner nicht so richtig Rat wusste, habe ich einfach mehrere kleine Keile produziert und sie auf einer 3mm MDF Platte zusammengeschraubt. Schick ist anders, aber es ist ja nur ein Unterbau und wird ja auch noch mit Leder verkleidet.

Sidestick-Schräge

Nun zum Joystick. Ich habe mich für einen Logitech Attack 3 als Basis entschieden, da es hierzu bereits eine sehr gute Anleitung zur Montage des A320 Sidesticks auf diesen Joystick auf der Website von Vier-im-Pott gibt. Diese Anleitung habe ich hier auch als Basis genommen und lediglich für den Einbau in eine Sidebase weiter entwickelt.

Also zuerst habe ich den Joystick komplett auseinander genommen. Dazu zuerst den Griff abmontiert und dann den Boden, um das Gehäuse entfernen zu können. Man sieht dann sehr schön, welche Platinenstecker für die Knöpfe des Joysticks sind und welche für die Achsen

rot umkreist: Achsen / blau umkreist: Buttons vom Stick

Am Ende bleibt nur die eigentliche Joystick-Mechanik übrig:

Eigentliche Joystick-Mechanik

Dazu braucht man aber auch noch den mittleren Ausschnitt der Bodenplatte vom Logiteck Joystick, denn diese verleiht der Druckfeder die nötige Festigkeit.

Joystickboden ausgeschnitten

Gemäß der besagten Anleitung habe ich dann den Schaft bearbeitet und die abstehenden Ecken entfernt und den Durchmesser etwas verkleinert. Mit einem Dremel ging das ganz einfach. Danach lässt sich der Vier-Im-Pott Sidestick aufsetzen und die Kabel durch das Innere des Schafts ziehen. Aber Achtung: als ich das Foto geschossen habe, hatte ich die Kabel noch ganz nach unten raushängen. Da sitzt aber die Feder später. Die Kabel müssen oberhalb des weißen Sockels rausgeführt werden, so wie es auch beim Originalkabel war!

Die Kabel müssen oberhalb des weißen Sockels rausgeführt werden. Auf dem Foto falsch!

Danach habe ich die Kabel vom A320 Stick an das Original-Kabel vom Logitech Stick gelötet. Hierbei ist Orange gleich geteilte Masse und Grün und Rot sind für die Signale für die beiden Buttons.

Zu guter letzt das Ganze wieder auf den ausgeschnittenen Boden gesetz, mit Gewindeschrauben auf dem Holzfundament montiert und die Kabel auf die Rückseite geführt und dort mit der Original-Platine wieder verbunden. Fertig ist die Laube!

Rückseite Sidebase

Es fügt sich zusammen!

Letztes Wochenende war endlich wieder Zeit, mich um den Cockpit-Ausbau zu kümmern. Die gesägten und teils schon zusammenmontierten Teile habe ich grundiert und lackiert.

Für die MDF-Platten gibt es eine spezielle Grundierung. Darauf sollte man achten, da sonst zu viel Farbe vom MDF aufgesogen wird.  Für die Lackierung habe ich 2 EUR mehr für eine gute Rolle genommen, die keine Bläschen bildet und eine schöne ebene Lackierung erlaubt.

Als Farbcode habe ich mich nach einigen Recherchen für RAL 5014 entschieden. Ich habe jetzt nur einen Anstrich gemacht. Ich hoffe, damit blättert mir nicht der Lack ab beim ersten mal dagegenhauen. Aber ich war zu sehr gespannt darauf, wie das Gesamtkonstrukt wohl aussehen wird. Dies ist das Ergebnis:

Der Rohbau nimmt Form an.
Der Rohbau nimmt Form an.

Bei den Blöcken für die Sidesticks habe ich die oberen 10 cm als eigenen „Deckel“ geplant. Der wird noch mit Kunstleder überzogen und dann einfach oben draufgesetzt. Zur Fixierung dient der innere Rahmen. Außerdem muss in das Innenleben noch ein Zwischenbrett eingebaut werden, auf dem dann der Joystick-Sockel stehen wird und nur durch ein Loch im Deckel rausschauen soll. Da muss ich aber noch nach der besten Lösung suchen. Ich bin noch nicht sicher mit der Joystick-Auswahl (zur Zeit ein Thrustmaster T.16000M) und der Verkleidung.

Nach diversen Fixierungen auf dem Podest war ich dann endlich soweit, die ersten Elektronik-Komponenten zu platzieren. Die MIP-Monitore stehen schonmal improvisiert an ihren künftigen Einbauplätzen. Dafür ist das Rudder-Pedal auf der Captain-Side und der Throttle schon fest verschraubt! Dazu gesellen sich momentan noch 2 weitere Monitore für die MCDU- und die Overhead-Anzeige, solange diese noch nicht gebaut sind.

sieht schonmal nach Technik aus! ;-)
sieht schonmal nach Technik aus! 😉

Bis hierhin ist noch keinerlei Panel-Elektronik zum Einsatz gekommen, und dennoch ergibt sich hinter dem Cockpit bereits der Kabel-Wahnsinn.

Immerhin sind 6 Monitore, die an 4 PC’s hängen verbaut. Aber dazu mehr in der neuen Rubrik „PC & Netzwerk“.


 

Die hier eingesetzten Steuergeräte sind:

  • Joystick: Thrustmaster T.16000M (sehr präzise Steuerung möglich. Lässt sich für Rechts- und Linkshänder umbauen und somit auch gut auf der Captain-Seite nutzen. Ich hoffe, ich bekomme ihn in die Holzkonstruktion eingebaut!)
  • Throttle: Saitek (momentan noch die Variante, die nur mit dem angeschlossenen Yoke funktioniert – liegt versteckt im „Kofferraum“ des Cockpits)
  • Rudder: Saitek (kann ich ebenfalls sehr empfehlen! Sehr robust und guter Druckwiederstand)

Ein Tipp für den Saitek Throttle. Es gibt bei SeeBee Creations recht günstige Airbus Throttle Aufsätze. Den Saitek Hebel entsprechend kürzen und schon hat man für wenig Geld ein recht passables Ergebnis.

Saitek Throttle mit SeeBee Schubhebel
Saitek Throttle mit SeeBee Schubhebel